07. August 2006, 14:28 Uhr, siebenkaesCaesiumRequiem phür das F – Neues von der „Rechtschreib“-Phront
So ist es denn nun dahingegangen, das F, aus meiner Schreibung. Phortan werde ich nur noch ph schreiben. Die künphtigen Texte werden kein F mehr enthalten. Phortgephlogen aus meinem Wortschatz.
So weit kann Protest gehen: Phrüher teilten sich die Wörtchen noch in die mit f und die mit ph ein – aber da das Φ teilweise dummerhaphtig in ein F verwandelt wurde, kommt bei mir die Gegenreaktion. Kein F mehr, nur noch ph. Ihr mögt das phrevelhapht phinden, ich aber sage Euch: Es ist phamos und vortrephphlich. Tut mir leid, F, du warst ein getreuer Weggephährte bis itzo – nun ruh dich aus und harre deiner Wiederaupherstehung. Irgendwann vielleicht, wenn die „Rechtschreib“rephorm in vernünphtigen Bahnen läupht.
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21. Juli 2006, 18:17 Uhr, siebenkaesTellurJa! Endlich habe ich die Farbe für den Juli gefunden. Phloxfarben. Flammend.
Φλοξ (griechisch: Glanz, Schimmer, poetisch: Flamme)
Nun ja, es gibt ihn in Rot, Rosa und Weiß, aber „flammend“ ist er immer. Staude des Jahres 2006. Himmelsleitergewächs – was für ein wunderbarer Name!
Endlich einmal etwas Schönes, das von Nordamerika nach Europa gebracht wurde!
'Ein Garten ohne Phlox ist nicht nur ein bloßer Irrtum, sondern eine Versündigung gegen den Sommer.' (Staudenzüchters Karl Foerster, laut Wikipedia)
Und so begebe ich mich denn in den Garten, um den geliebten Phlox zu gießen, damit er seine Blüten auch fürderhin entfalten möge.
Und noch eine Anmerkung: Die „Rechtschreib“-Reformer haben die Finger von ihm gelassen.
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20. Juli 2006, 13:07 Uhr, siebenkaesAntimonUnd noch ein Lamento: In unseliger Gemeinsamkeit mit den Rechtschreibreformern haben uns die Währungsveränderer im ausgehenden 20. Jahrhundert auch noch des Pfennigs beraubt.
Alles verloren: Pfennigkraut, Pfennigfuchser, Pfennigabsätze, Glückspfennig, Pfennigbeträge, Wer den Pfennig nicht ehrt, … Auf Heller und Pfennig … Jeden Pfennig zweimal umdrehen. Und hier in Krähwinkel auch die Pfennigbrücke.
ahd. pfenning, mhd. pfenni(n)e, asächs. pending. Schon alt also. Alles weg. Hier.
Man stelle sich die Wörter mit Cent vor – grauenhaft!
Ich beneide die Engländer/Briten um ihr Geld. Penny. Da gibt es noch penniless, den penny-pincher, a penny for your thoughts und vieles andere mehr. Und die Schweizer. Rappen. Die können noch „berappen“ sagen. Die Dänen und die Schweden hätten den Öresund auch in Centsund umtaufen müssen. Klingt doch furchtbar!
Auch der Groschen ist weg. Auch in Österreich. Der Spargroschen, Notgroschen. Kein Wunder, daß die Menschen nichts mehr auf der hohen Kante haben. Groschenromane werden wohl aber noch gekauft.
Auf die Frage:“Haste mal ne Mark?“ kann ich aber gut verzichten.
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18. Juli 2006, 18:06 Uhr, siebenkaesZinnSchützenfest in Krähwinkel. Sinnbefreite Veranstaltung. Festumzug. Sich-drehende Apparaturen. Immer im Kreis. Jedes Jahr. Und mit Lärm die mangelnde Sinnhaftigkeit übertönen: Je lauter, desto weniger das Gefühl der Sinnentleerung. Mit Dezibel gegen Un-Sinn. Und Jelängerjelieber – Geißblatt. Geißel der Menschheit: Un-Sinn.
Macht doch nicht solchen Zinnober (Quecksilbersulfid). Zinnober – Klein Zaches, E.T.A. Hoffmann. Meine Gedanken schweifen ab. Komentenschweif … Jean Paul: Der Komet.
Schade, daß die Sprache so verflacht ist! Paßt aber zum Schützenfest. Prost, Philister: Auf ein gutes Schweineschießen!
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17. Juli 2006, 15:41 Uhr, siebenkaesIndiumNoch ein paar Gedanken zur „Rechtschreib“-Reform: selb/selbst.
selbst [(spät)mhd. selb(e)s, erstarrter Genitiv Singular Maskulinum von selb..., + t-Ergänzung]:
Dennoch haben sich im Laufe der Zeit Unmengen von Wörtern mit „selbst“ gebildet – haben sich gebildet? Nein, man bildete sie. Im 16. Jahrhundert und danach.
Übriggeblieben sind nur wenige: selber (eigentlich nur umgangssprachlich für selbst), selbig (das eigentliche Wort für derselbe), selbander, selbdritt – ja und eben auch selbständig.
In die breite Phalanx der Selbst-Wörter haben nun selbstherrlich die selbsternannten „Rechtschreib“-Reformer auch dieses arme Wort eingereiht. Es lebe die Selbstgerechtigkeit! Selbstredend ist das eine selbstverursachte Sprachverwirrung aus Selbstzweck. Ich werde bis zur Selbstaufgabe selbstlos dagegen kämpfen. Selbstverständlich mit dem nötigen Selbstbewußtsein und viel Selbstironie. So – Selbstgespräch beendet.
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07. Juli 2006, 12:54 Uhr, siebenkaesCadmiumFreundschaften: Irrtümer des Ich, die man revidieren kann. Von Freundschaften, die ohne Erklärung abgebrochen werden, bleibt ein bitterer Geschmack übrig, vielleicht eine wehmütige Erinnerung an die Tage der Illusion.
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19. Juni 2006, 15:22 Uhr, siebenkaesArgentumEin paar Worte zum Schweizer Psalm. Ich bin nicht eigentlich ein Hymnenliebhaber, aber als ich den Schweizer Psalm zum ersten Mal hörte, war ich hingerissen. Das beste Beruhigungsmittel, das ich je zu mir genommen hatte. „Schwülstig“ wird er genannt. Nun ja, es sind schon „große Worte“ in den vier Strophen. Heute aber im Fußballstadion war es wieder deutlich: Die Schweizer Nationalhymne ist an Erhabenheit nicht zu überbieten. Ja.
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